Phoniatrie und Pädaudiologie

Das Fachgebiet der Phoniatrie und Pädaudiologie beschäftigt sich mit der Entstehung und Heilung von Kommunikationsstörungen.

Seit der Gründung im August 2010 hat sich die Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie unter der Leitung von Fr. Dr. S. Dockter deutlich vergrößert. Im Januar 2015 konnten wir neue Räume im 5. Obergeschoss des HNO-Gebäudes beziehen.

Unser Team, bestehend aus einer Sekretärin, Audiologieassistentinnen, Logopädinnen und zwei Ärzten steht in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde insbesondere dem Cochlea-Implant-Centrum Ruhr und dem Sozial-pädiatrischen Zentrum, der Abteilung für Kinderneurologie und der Kinderpneumologie.

Neugeborenen-Hörscreening, objektive und subjektive Hördiagnostik ggf. auch in Sedierung oder Narkose, Hörgeräteversorgung, Vorbereitung zur Cochleaimplantation bei Kindern, Überprüfung der Sprachentwicklung, der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung auch bei Lese-Rechtschreib-Störungen, Überprüfung des Redeflusses und der Schluckfähigkeit sowie die Inspektion des Kehlkopfes vom Säugling bis zum Erwachsenen, transnasal oder starr inklusive Stroboskopie, gehören zu unseren täglichen Aufgaben.[/vc_column_text][/vc_column]

Sie erreichen uns telefonisch

Mo: von 10:00 – 12:00 Uhr, von 14:00 – 15:00 Uhr

Di: von 10:00 – 12:00 Uhr, von 14:00 – 15:00 Uhr

Mi: von 10:00 – 12:00 Uhr

Do: von 10:00 – 12:00 Uhr, von 14:00 – 15:00 Uhr

Tel: 0201-723-2429

Fax: 0201-723-6836

E-Mail: phon.paed@uk-essen.de.

Zu den anderen Zeiten können Sie uns gerne eine Nachricht auf unseren Anrufbeantworter hinterlassen. Wir melden uns dann so schnell wie möglich bei Ihnen.

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Phoniatrie (griechisch: „Stimmheilung“) und Pädaudiologie (griechisch: Päd(o) = „das Kind“; Audiologie = Wissenschaft des Hörens) beschäftigen sich mit angeborenen und erworbenen Kommunikationsstörungen.

Hierzu zählen Störungen der Stimme, des Sprechens, der Sprache und des Schluckens bei Kindern und Erwachsenen sowie Hörstörungen und Störungen der Hörverarbeitung und Wahrnehmung im Kindesalter.

Die Entstehung dieser Krankheitsbilder hat meist vielfältige Ursachen. Sie können im Zusammenhang mit anderen allgemeinen Entwicklungs- und Wahrnehmungsstörungen stehen. Für Diagnostik, Untersuchung und Therapie ist daher eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen medizinischen und nichtmedizinischen Fachabteilungen erforderlich.

Die Beurteilung der allgemeinen Entwicklung kann im SPZ der Kinderklinik erfolgen. Die Ärzte und Therapeuten beider Kliniken stehen im engen fachlichen Austausch.

Unser Ziel ist es, unseren Patienten eine ganzheitliche Versorgung anbieten zu können. Neben den medizinischen Aspekten nehmen wir daher insbesondere auch Rücksicht auf psychische und soziale Bedingungen.

Kinder mit:

  • Verdacht auf Hörstörungen und zum Ausschluss von Hörstörungen z.B. Neugeborenen Hörscreening,
  • Hörgeräten oder Cochlea Implantaten,
  • Sprachentwicklungsstörungen,
  • Sprechstörungen (z.B. Stottern),
  • auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung auch bei Lese-Rechtschreib-Störungen,
  • Stimmstörungen,
  • Schluckstörungen.

Erwachsene mit:

  • Stimm- und Schluckstörungen (Heiserkeit, chronische Kehlkopfentzündung) Stimmgutachten,
  • Sprach- oder Sprechstörungen (z.B. nach Schlaganfall),
  • Stimmversagen, offenem Näseln (z.B. nach Korrektur einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte),
  • Sprech- oder Stimmstörungen nach Tumoroperationen

auch nach Einsatz von Stimmprothesen.

Was wird gemacht?

Die Untersuchung der Ohren, der Nase, des Mundrachens und ggf. des Nasenrachens bzw. des Kehlkopfes ist immer notwendig. Im ärztlichen Gespräch erfragen wir den Grund Ihrer Vorstellung, wir besprechen alle Befundergebnisse und beraten über das weitere Vorgehen und über notwendige Behandlungen.

Rezepte für Medikamente, eine Verordnung zur Sprach- oder Stimmtherapie oder eine Verordnung über Hörgeräte können wir Ihnen im Anschluss an die Untersuchung ausstellen und mitgeben.

Sollte ein operativer Eingriff notwendig werden, können wir einen entsprechenden Termin hier vor Ort vereinbaren.

Gelegentlich sind vor der endgültigen Entscheidung zu einer Therapie, Untersuchungen bei Kollegen anderer Fachabteilungen notwendig wie z.B. in einem Sozialpädiatrischen Zentrum. Hierzu werden wir Sie bitten, entsprechende Termine zu vereinbaren.

Die Hörfähigkeit eines Neugeborenen kann bereits wenige Tage nach der Geburt festgestellt werden. Seit dem 1.9.2009 haben Neugeborene den gesetzlichen Anspruch auf ein Hörscreening.

Wir führen sowohl die Erstuntersuchung als auch alle weiteren Untersuchungen im Rahmen des Verbundprojekts „Neugeborenen Hörscreening Nordrhein“ durch.

Ein Kind mit einer Schwerhörigkeit sollte schon vor dem Alter von 6 Monaten mit Hörgeräten versorgt sein.

Nur selten ist eine Überprüfung des Hörvermögens in Vollnarkose notwendig. Hierzu werden wir ggf. gesonderte Termine vereinbaren.

Tympanometrie und Stapediusreflexmessung,

Messung otoakustisch evozierter Emissionen (TEOAE und DPOAE),

Frequenzspezifische Ableitung von Hirnstammpotentialen (BERA).

Reflex-, Reaktions- und Verhaltensaudiometrie mit Kinderliedern und Geräuschen,

Visual Reinforcement Audiometrie,

Überprüfung des Richtungshörens,

Spielaudiometrie mit Tönen und Sprache im Freifeld ohne und mit Störgeräusch oder über Luft- bzw. Knochenleituns- Kopfhörer,

Überprüfung einer Hörsystemversorgung im Freifeld über Töne und Sprache,

Überprüfung der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsleistungen.

Bei Kindern:

Je nach Alter testen die Logopädinnen im Spiel und Gespräch oder mit standardisierten Testverfahren (teilweise PC-gesteuert) Aussprache, Redefluss, Wortschatz, Grammatik, Mundmotorik, Sprachverständnis, auditive Verarbeitung und Wahrnehmung sowie Lese- und

Rechtschreibfähigkeiten.

Bei Erwachsenen:

Zu der Untersuchung der Stimme gehören die Videoendoskopie des Kehlkopfs und die Stroboskopie sowie die umfassende logopädische Diagnostik mit Beurteilung der Atmung, des Stimmumfangs, des Stimmklangs und der Belastbarkeit der Stimme.

Die Stimme wird hierbei mit feinen Mikrophonen aufgenommen. Die Untersuchungsergebnisse werden  mit Hilfe eines speziellen Stimmanalyseprogramms ausgewertet.

Das Schlucken kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen mit der FEES (Fiberendoskopische Evaluation des Schluckakts) überprüft werden.

Mit Endoskop und Videokamera wird aufgenommen, ob Flüssigkeiten, halbfeste Kost und feste Kost regelrecht abgeschluckt werden oder ob es zu Problemen kommt.

Je nach Störungsbild wird nach der Untersuchung der Beginn einer gezielten logopädischen Therapie eingeleitet und eine entsprechende Heilmittelverordnung ausgestellt.

Wichtige Unterlagen für Ihren Termin

Für Alle:

  • Krankenversichertenkarte
  • bisherige Untersuchungsbefunde und Arztbriefe

Für Erwachsene:

  • gültiger Überweisungsschein von einem Haus- oder HNO-Arzt für die Phoniatrie

Für Kinder:

  • gültiger Überweisungsschein vom Kinderarzt für Pädaudiologie
  • Gelbes Vorsorgeuntersuchungsheft

Die Untersuchung des Hörvermögens dauert 30 – 60 Minuten, die Untersuchung der Sprachentwicklung 45 – 60 Minuten. Hinzu kommt die Zeit, die für die Dokumentation der Befunde, für die ärztliche Untersuchung und für die Befundbesprechung benötigt wird. Gelegentlich benötigen Kinder Pausen in der Diagnostik, damit sie wieder konzentriert mitarbeiten können. Insgesamt sollten Sie je nach Fragestellung mit einer Untersuchungsdauer von 1 – 3 Stunden rechnen.

Wir planen ausreichend Zeit für Sie ein und behandeln jeden Patienten individuell mit der größtmöglichen Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Leider kann es, trotz Terminvereinbarung zu Wartezeiten kommen. Wir bitten Sie für eine ausreichende Versorgung insbesondere mit Getränken zu sorgen.

Team

Dr. med. S. Dockter

Fachärztin für HNO-Heilkunde

Fachärztin für Phoniatrie und Pädaudiologie

Leiterin der Abteilung

Muhittin Demir

Facharzt für HNO-Heilkunde

Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie

Kommissarische Leitung der Abteilung

Frau Umberg-Strohbach

Sekretariat

G. Hindrichs

Dipl. Lehr- und Forschungslogopädin

Sarah Kairies

Logopädin